Schneelandschaft

Schneelandschaft
Unter dem Schnee des Winters schlummert der Frühling! (Anja Fiedler)

Freitag, 15. Dezember 2017



Der Lebkuchenmann

Neulich im Schaufenster, da lachte er mich an,
ein brauner, knuspriger Lebkuchenmann.
Der kleine Kerl wirkte so süß und lecker,
also nichts wie rein zum Bäcker.
Ich kaufte mir den backfrischen Fratz,
und hütete ihn bis Weihnachten wie ein kleiner Schatz.

An Heiligabend packte ich ihn aus,
freute mich auf einen leckeren Lebkuchenschmaus.
Doch irgendwas an ihm rührte mich an,
was ich bis heute nicht erklären kann.
Ich zögerte und staunte,
als mir der Lebkuchenmann Folgendes zuraunte:
Ich bin nicht nur ein Gebäck,
sondern habe einen anderen Zweck.
Der Weihnachtszauber erweckte mich zum Leben,
ich soll Freude weitergeben.
Doch du darfst mich nicht essen oder zerstören,
denn dann kannst du die Weihnachtsbotschaft nicht hören.“

Ungläubig starrte ich ihn an,
als er plötzlich zu singen begann.
Die schönsten Weihnachtslieder sang er mir vor,
begleitet wurde er von einem unsichtbaren Engelschor.
Es schimmerte und glitzerte im ganzen Raum,
ich erlebte einen wahren Weihnachtstraum.
Irgendwann nahm der schöne Abend ein Ende,
überwältigt nahm ich den Lebkuchenmann in meine Hände.
Ich bedankte mich und packte ihn liebevoll ein,
das sollte nicht sein letzter Heiligabend sein.

Am nächsten Heiligabend holte ich ihn hervor und dann
fing er wieder zu sprechen und zu singen an.
Erneut erlebte ich ein magisches Fest,
das wahre Weihnachten ist da, wenn man sein Herz sehen lässt.
Bis heute ist der Lebkuchenmann bei mir im Haus,
jedes Jahr an Heiligabend packe ich ihn freudestrahlend aus.
Er hat mir übrigens verraten,
dass noch viele seiner Brüder und Schwestern auf ein weihnachtliches Zuhause warten.

In diesem Sinne schaut genau hin,
vielleicht steckt weihnachtlicher Zauber auch in eurem Lebkuchenmann drin!

(Anja Fiedler)





Mittwoch, 6. September 2017

Blogkommentar: Demokratie ist keine Einbahnstraße!



Demokratie ist keine Einbahnstraße! - Ein demokratischer Blogkommentar

Gemäß Artikel 20 Absatz 1 des Grundgesetzes ist die Bundesrepublik Deutschland eine Demokratie.
Zu den wesentlichen Merkmalen einer Demokratie gehören die Rechtsstaatlichkeit, die Gewaltenteilung, regelmäßige freie und faire Wahlen, Meinungs- und Pressefreiheit, die Achtung der Menschenrechte, das Mehrheitsprinzip, der Minderheitenschutz, die Akzeptanz einer politischen Opposition und der Schutz der Grundrechte.

Die Worte Demokratie, demokratisch und Demokraten werden oft und gerne in Politik, Gesellschaft und Medien verwendet. Doch allein die Benutzung der Worte reicht nicht aus. Denn Demokratie herrscht nur dann, wenn sich auch alle den demokratischen Werten entsprechend verhalten.
Doch ist dem so? Mir fällt immer häufiger auf, dass sich gewisse Politiker, Medienvertreter und andere Leute zwar gerne als lupenreine Demokraten bezeichnen und sehen, aber nicht dementsprechend handeln.

Da wird der unerwünschte politische Gegner diffamiert und beleidigt, statt ihm mit sachlichen Argumenten zu begegnen und ihn so mit demokratischen Mitteln zu schlagen.

Da werden Menschen, die kritisch hinterfragen und Probleme offen ansprechen als dumm hingestellt sowie noch schlimmer, zum Teil bedroht, um deren Meinung zu unterdrücken.

Da wird eine konstruktive Diskussion vermieden, was zu Lasten einer starken und in einer Demokratie wichtigen Opposition geht.

Da wird sich geweigert eine andere Meinung zu ertragen und sich mit ihr sachlich auseinanderzusetzen.

Da betreiben manche Medien Politik, werden zu Meinungsmachern und Welterklärern, statt ihrem Auftrag als möglichst unabhängige Berichterstatter nachzukommen. Und das, zumindest bei den öffentlich rechtlichen Anstalten, auch noch auf unsere Kosten.

Da wird die Kompetenz des mündigen Bürgers angezweifelt, sich selbst seine Meinung bilden zu können.

Da werden bei Veranstaltungen Steine auf Polizisten geworfen, Privateigentum mit voller Absicht zerstört und Menschenleben gefährdet.

Da werden Demonstrationen im Namen der Demokratie missbraucht, um genau diese zu schädigen.

Da wird immer öfter das vom Volk erhaltene politische Mandat nicht mit genügend Respekt behandelt und dessen Interessen, Wünsche, Ängste, Sorgen und Probleme zu wenig berücksichtigt.

Da passieren Dinge im Namen der Demokratie, die alles andere als demokratisch sind.

Zusammenfassend kann man sagen, dass gewisse Teile der Politik, Gesellschaft und Medien alle Vorteile einer Demokratie gerne für sich reklamieren und in Anspruch nehmen, genau diese Rechte jedoch Menschen mit anderer „unerwünschter“ Meinung nicht zugestehen.

Solch ein Verhalten widerspricht den Grundsätzen der Demokratie.
Ja, Demokratie ist nicht immer einfach, sondern oft anstrengend, nervenraubend und unbequem.

Aber Demokratie ist eben keine Einbahnstraße, in der alle nur in eine Richtung fahren.

Demokratie lebt von der Debatte, vom Mitspracherecht aller, von vielen verschiedenen Ansichten und der gemeinsamen Erarbeitung einer Lösung oder eines Kompromisses. Demokratie lebt vom Respekt untereinander und der Toleranz von Minderheiten, Andersdenkenden, usw. so lange diese sich im gesetzlich festgelegten Rahmen bewegen und nicht gegen geltendes Recht verstoßen.
Der kontroverse Austausch und die Sicht möglichst vieler Aspekte sowie das Erarbeiten eines gemeinsamen Konsenses zu einem Thema sind das Salz in der Suppe einer Demokratie und machen sie so wertvoll.

Für diese Rechte und Pflichten, unsere Werte und unsere vom Grundgesetz eingeräumte Freiheit in vielerlei Hinsicht sollten wir mit allen demokratischen Mitteln eintreten. Hart, aber fair, gerecht und mit Respekt allen anderen Menschen gegenüber.
Jeder ist hier in der Verantwortung an der Demokratie mitzuarbeiten, um diese zu erhalten.

Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.“

(George Orwell)

In diesem Sinne verbleibe ich mit demokratischen Grüßen

Anja Fiedler





Freitag, 4. August 2017

Integration in die Realität!




Die Integration der Politik in die Realität, gelungen oder gescheitert?


Hier ein Auszug aus einer Definition von Integration:

„…..Bei der Integration geht es darum, dass wir zusammen leben und nicht nebeneinander her....“
......Gelungene Integration bedeutet, sich einer Gemeinschaft zugehörig zu fühlen. Sie bedeutet die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses, wie man in der Gesellschaft zusammenlebt.....“


Dies ist ein Auszug von der Internetseite des Bundesinnenministeriums zur Erläuterung von Integration.
Hört sich sehr gut an und eine gelungene Integration ist sicherlich ein wichtiges Ziel, das auch die Politik immer wieder gerne formuliert.

Ich frage mich jedoch, wie soll das gelingen, wenn viele der politisch Verantwortlichen nicht bereit sind, sich in die reale Welt der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland zu integrieren?

Sie leben nicht zusammen mit ihrer Bevölkerung, sondern leben neben dieser her, in einer eigenen Parallelwelt und verstoßen so schon gegen einen Grundsatz für gelungene Integration.
In ihrer Welt ist alles schön, bunt, alle sind glücklich, zufrieden und wohlhabend. Wie ein Bühnenbild im Theater versuchen sie uns „Normalbürgern“ blühende Landschaften vor die oftmals triste Wirklichkeit zu schieben.

Sie wollen nicht sehen, dass viele Menschen von einem Job allein nicht mehr leben können.

Sie wollen nicht sehen, dass es in unserem Land viele Probleme gibt, dass Schulen verfallen, dass viele Straßen und Brücken in einem desolaten Zustand sind und dass letztendlich unsere Demokratie zu zerfallen droht.

Sie wollen nicht sehen, dass nicht wenige Rentner von ihrer Rente allein nicht leben können, obwohl sie jahrelang hart gearbeitet und vieles für unser Land geleistet haben.

Sie wollen nicht sehen, dass sich nicht jeder mal eben so ein neues Auto kaufen kann, weil jetzt Dieselfahrzeuge unerwünscht sind.

Sie wollen nicht sehen, dass die Menschen verärgert sind, wenn ihr erspartes Kapital von Null- und teilweise Minuszinsen aufgezehrt wird.

Sie wollen nicht sehen, dass Menschen über Veränderungen im Land verunsichert sind, Ängste und Sorgen haben.

Sie wollen nicht sehen, dass der „mündige Bürger“ sich selbst seine Meinung bilden kann und nicht von ihnen zur rechten Lebensweise und Auffassung angeleitet werden muss.

Sie wollen nicht sehen, dass eben nicht alle das von der "politischen Elite" Gewünschte schaffen, schaffen wollen oder überhaupt schaffen können.


Daran ist zu erkennen, dass viele Politiker sich eben nicht dieser Gemeinschaft von „Normalbürgern“ zugehörig fühlen. Sie wollen auch nicht die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses, wie man in der Gesellschaft zusammenlebt. Denn sie leben dort nicht und haben auch kein Interesse sich in dieser Gemeinschaft zu integrieren.
Viel einfacher ist es doch von der schönen, heilen Welt nebenan gute Ratschläge zu erteilen und die Menschen in der anderen Welt zu bevormunden und möglichst viele Entscheidungen ohne Mitsprache dieser zu treffen. Ein weiterer Verstoß gegen die Grundsätze von Integration, die so nicht gelingen kann. Aber das soll sie auch nicht. Bestimmten Leuten geht es nicht um die Interessen des Landes und der Bevölkerung, sondern vielmehr darum, sich selber verzückt zu betrachten, seine „richtige“ Meinung den anderen aufzudrücken, im Luxus zu leben und sich selber für seine ach so guten Taten auf die Schulter zu klopfen.

Ich meine:

Gewissen und Charakter kann man nicht kaufen! Entweder man hat es oder eben nicht. Menschen ohne Gewissen und Charakter wollen sich nicht integrieren, sondern möchten Andere in ihre selbst erschaffene Traumwelt integrieren. Auch wenn ihre Träume gar nicht die der Anderen sind.

Über kurz oder lang werden solche Leute samt ihren Ideologien scheitern. Vielleicht dauert es, vielleicht ist es hart und zäh, aber es wird passieren. Wie, wo, wer und wann wird uns später die Geschichte lehren....

In diesem Sinne verbleibe ich mit hoffnungsvollen Grüßen


Anja Fiedler


Mittwoch, 5. Juli 2017

And the Oscar goes to.....


Ein Stück Hollywood in Pulheim – Feierliche Oscarverleihung an die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen der Marion-Dönhoff-Realschule in Pulheim!

Pulheim wurde für einen Abend zur Weltstadt mit Glamour und Glitter. Die Stars im Pulheimer Kultur- und Medienzentrum waren am Abend des 4.07.2017 die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen der Marion-Dönhoff-Realschule, die erfolgreich ihren Abschluss erreicht haben.

Und ganz wie es in einem guten Film sein soll, gab es ein paar emotionale Tränchen, viel Humor, Action, Spannung und jede Menge Gefühl. Nur das hier der Film des Lebens für jede einzelne Schülerin und jeden einzelnen Schüler ablief. Familie, Freunde und Lehrerinnen/Lehrer schauten gespannt und gerührt auf diese für jeden ganz persönliche Kinoleinwand.

Neben den Schülerinnen und Schülern boten auch einige Lehrer wirklich filmreife Auftritte. Bei fetzigen Tänzen steppte hier der Lehrer und nicht nur der Bär. In einem Video ließ eine Abschlussklasse ihre Schullaufbahn an der Realschule Revue passieren und setzte ihre Klassenlehrerin dabei gelungen in Szene. U. a. als Agentin in einem „Mission impossible“- Auftrag und als Modell auf dem Laufsteg.
Hippe Musik, elegant gekleidete Schülerinnen und Schüler sowie ein festlich geschmücktes Kultur- und Medienzentrum verliehen der Abschlussfeier einen wirklich oscarreifen Rahmen.
Die Klassenlehrer/innen überreichten ihren Klassen dann am Ende feierlich und sichtlich gerührt die Abschlusszeugnisse und entließen die Schülerinnen und Schüler in einen neuen Lebensabschnitt.
Ein neuer Film beginnt nun für jeden Einzelnen. Regie führt dabei jeder selber und wird Romanzen, Dramen. Komödien und "Real life" erleben.
Wie die Luftballons, die die Absolventen zu Beginn der Feier in den Himmel steigen ließen, schweben nun jeder Schülerin und jedem Schüler Wünsche und Hoffnungen für sein weiteres Leben vor, die hoffentlich in Erfüllung gehen.

Den Oscar hat jeder Einzelne von ihnen für seine Leistungen verdient!

And the Oscar goes to:

ALL OF YOU!



Ich freue mich dabei gewesen zu sein und werde gerade als stolze Mutter diesen emotionalen und schönen Abend nicht vergessen!

Viele oscarfreundliche Grüße

Anja Fiedler






Freitag, 14. April 2017

Ostern und seine Bedeutung damals und heute


Ostern – Ursprung und Bräuche

An Ostern feiern die Christen die Auferstehung von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.
Doch was ist damals laut Überlieferung der Bibel eigentlich passiert? Welchen Ursprung hat die Karwoche, die am Palmsonntag, dem Sonntag vor Ostern, ihren Anfang nimmt? Und woher stammen die vielen Bräuche, die bis heute typisch für die Osterzeit sind? Begleiten Sie mich auf meiner österlichen Reise von Jesus bis zum Osterhasen.

Die Ursprungsgeschichte in der Bibel

Am Palmsonntag kam Jesus auf einem Esel nach Jerusalem geritten, um das jüdische Passah-Fest zu feiern. Denn Jesus war Jude und pflegte daher auch dieses Brauchtum. Die Menschen auf den Straßen jubelten ihm zu und legten Palmzweige auf den Boden, so dass der Esel nicht auf dem staubigen Boden laufen musste. Denn sie liebten Jesus und setzten die große Hoffnung in ihn, dass er Jerusalem von der Besetzung der Römer befreien könnte. Das gefiel den Römern natürlich überhaupt nicht.

Am Gründonnerstag feierte Jesus mit seinen 12 Aposteln das letzte Abendmahl, Jesus wusste, dass ihn einer seiner Apostel an die Römer verraten würde und sein Tod nahe war. Und so kam es. Judas, einer seiner Jünger, verriet ihn. Der römische Statthalter Pilatus verurteilte Jesus zum Tod.

An Karfreitag wurde Jesus gekreuzigt. Sein schweres Kreuz musste er selbst einen Berg hinauftragen. Er trug eine Krone aus Dornen, die ihm die Römer aufgesetzt hatten. Unter großen Qualen starb Jesus an diesem Tag am Kreuz. Seine Mutter und Freunde holten ihn vom Kreuz, wickelten in in Tücher und legten seinen Leichnam in eine Höhle, deren Eingang sie mit einem großen Fels verschlossen.

Als am Ostersonntag einige Frauen nach seinem Grab schauten, war der Fels zur Seite gerollt und die Höhle leer. Es erschien ein Engel, der die Auferstehung Jesus von den Toten verkündete.
Als sich die Apostel abends versammelten, erschien Jesus und sagte, dass er auferstanden und von Gott in den Himmel geholt wurde.


Bräuche

Ostereier:

Das Ei ist in vielen Kulturen ein Symbol für das Leben. Im Inneren seiner Schale wächst Leben heran und irgendwann zerbricht die Schale und ein Küken schlüpft. Dies ist für viele ein eindrucksvolles Zeichen, dass im Frühling die Natur wieder erwacht. Pflanzen sprießen, Tierbabys kommen auf die Welt, die Vögel zwitschern, neues Leben entsteht...
Die Ankunft des Frühlings feiern wir bis heute mit bunten Eiern. Früher wurden die Eier meist rot gefärbt, als Symbol des Leidens und des vergossenen Blutes von Jesus Christus. Da während der Fastenzeit vor Ostern auch keine Eier gegessen werden durften, kochten die Menschen sie hart, um sie haltbar zu machen. Durch das Färben konnten sie die gekochten von den rohen Eiern unterscheiden.

Doch warum verstecken wir eigentlich die Ostereier? Früher schenkten sich die Menschen zum heidnischen Frühlingsfest „Ostara“ gefärbte Eier. Doch als das Christentum immer mehr Einzug hielt, verboten einige Geistliche diese Tradition. Um sich aber trotzdem noch Eier schenken zu können, versteckten die Menschen damals die Eier auf dem Feld. Familie und Freunde mussten diese dann suchen. Daraus entwickelte sich wahrscheinlich der Brauch Ostereier zu verstecken.

Osterhase:

Hasen bringen besonders viel Nachwuchs hervor und gelten daher als Zeichen der Fruchtbarkeit. Mit dem vorhin schon erwähnten heidnischen „Ostara-Fest“ wurde die heidnische Göttin „Eostre“ geehrt. Ihr Symbol war der Hase. Die Christen übernahmen dieses Zeichen dann in das christliche Osterfest. Das passte, denn der Hase galt auch als Zeichen für Leben und Wiedergeburt. Er gab so gut den Sinn und den Inhalt des christlichen Osterfestes wieder.

Osterlamm:

Diesem Brauch liegt das jüdische Passah-Fest zugrunde. Zur Ehre Gottes wird ein Lamm als Dank für die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei geopfert. Das Lamm wird mit speziellen Kräutern gewürzt und verspeist. Auch Jesus feierte als Jude das Passah-Fest. Als er wusste, dass er sterben würde, nannte er sich selbst ein „Opferlamm“ und war damit das „Lamm Gottes“.

Osterfeuer:

Das Osterfeuer symbolisiert die Sonne. Sie ist der Mittelpunkt unseres Lebens, spendet uns Licht und Wärme. Mit dem Osterfeuer begrüßen die Menschen im Frühjahr die Sonne. Fruchtbarkeit, Wachstum und Ernte sollen gesichert werden. Die Sonne gilt als Sieger über den Winter und als Erwachen nach einer langen, kalten und öden Zeit. Genauso kann das Erscheinen von Jesus, seine Auferstehung von den Toten gedeutet werden. Somit ist das Osterfeuer und sein Licht ein Symbol für Jesus Auferstehung von den Toten.


Sicherlich gibt es noch andere Traditionen und Bräuche zu Ostern, die ich jetzt nicht aufgeführt habe. Mein kleiner Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll nur einige Einblicke in den Ursprung unseres Osterfestes und die Entwicklung seiner Traditionen geben. Ein kleiner geschichtlicher Blick auf das wichtigste christliche Fest.

Nicht umsonst sagt man oft: „Zurück zu den Ursprüngen!“ Denn wenn diese verloren gehen oder gar aufgegeben werden, verliert eine Tradition ihren eigentlichen Sinn und die Menschen damit ein wichtiges Stück ihrer Identität.
Beim wahren Osterfest geht es nicht um Schokohasen, Pralinen, Geschenke und weiteren Kommerz. Es geht um Leben, Sterben, Geburt und den ewigen Kreislauf der Natur. Wir alle sind Teil dieser unendlichen Geschichte, genauso wie es unsere Ahnen waren.
Das Osterfest bedeutet letztendlich Hoffnung und die sollten und dürfen wir alle nicht verlieren. Auch nicht in schweren und dunklen Zeiten. Wir müssen ebenso den Mut haben zu unseren Werten und Traditionen zu stehen und uns für sie einzusetzen, damit sie erhalten werden. Kultur, Heimat, Traditionen, Werte und damit unsere Identität sind die Wurzeln unseres Landes. Das dürfen wir nicht vergessen. Denn ein Baum ohne Wurzeln hat keine Chance auf Überleben, wie mag es da einem Land ohne Wurzeln ergehen?

Ich meine:

Christ wird man nicht durch die Mitgliedschaft in einer Kirchengemeinschaft, durch tägliche Kirchgänge und auch nicht weil man Kirchensteuer zahlt. Frömmigkeit sagt nichts über den Charakter aus. Ein Rückblick in die Geschichte und auch Geschehnisse der Gegenwart zeigen, was für schlimme Taten fromme und gläubige Menschen taten oder tun. Religion ist kein Freibrief, um andere Menschen zu unterdrücken, zu quälen oder leiden zu lassen oder ein Zertifikat um sich als guten Menschen zu definieren. Jesus wurde wegen seiner Persönlichkeit und seinem Handeln geliebt. Seine Jünger und andere Bewunderer folgten ihm freiwillig ohne Druck, weil sie von ihm und seinen Tun überzeugt waren. Jesus hat keine Andersdenkenden diskriminiert oder bestraft. Nie hat er sich selber wichtiger genommen als andere Menschen. Für diese Überzeugungen ist er sogar am Kreuz gestorben. Und jedes Jahr lassen wir ihn zu Ostern wieder auferstehen und mit ihm die Hoffnung und die Menschlichkeit.

In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein frohes, friedliches und hoffnungsvolles Osterfest!


Anja Fiedler


Sonntag, 2. April 2017

Kindermund tut Wahrheit kund!


Kindermund tut Wahrheit kund!
- Auszüge aus einem Mutter-Kind-Gespräch über Politik -

Mama, wieso grinsen die Leute auf den Plakaten eigentlich so?“

Malte, du weißt doch, dass demnächst Wahlen sind, und da wollen die Politiker natürlich einen guten Eindruck auf die Leute machen. Wenn sie unfreundlich gucken, kommt das bei den Wählern nicht gut an!“

Ja, aber Mama! Im Fernsehen grinsen die Politiker nicht immer so freundlich. Und der Herr W., der hat mich noch nicht mal angeguckt, als ich ihn letztens auf der Straße gesehen habe. Und außerdem, wenn ich meine Lehrerin nett anlächle, bekomme ich deswegen auch keine besseren Noten!“

Malte! Nur nett Lächeln ist ja auch keine Leistung! Du sollst lernen und dich anstrengen, um eine gute Note zu bekommen!“

Aber dann können die doch auch auf ihre Plakate verzichten! Nur weil die Politiker nett lächeln, haben die doch noch keine Leistung erbracht. Ich würde die jedenfalls nicht wählen, weil sie freundlich gucken. Wenn die mir Eis schenken, mehr Spielplätze bauen und mir schulfrei geben, dann würde ich die auf jeden Fall wählen!“

Aber Malte! Die Plakate helfen den Politikern bei den Wählern bekannter zu werden. Und man geht nicht nur wählen, um persönliche Vorteile zu erzielen. Man wählt die Partei, die für einen selber, für die Stadt und für das Land die beste Politik macht. Und weil jeder andere Vorstellungen hat, gibt es auch so viele unterschiedliche Parteien. Jeder wählt die Partei, von der er am meisten überzeugt ist.“

Dann wähle ich die mit den grauen Plakaten. Grau ist meine Lieblingsfarbe!“

Aber nein, Malte! Man wählt doch nicht eine Partei aufgrund von Farben. Stell dir mal vor die Partei mit den grauen Plakaten will Fußball abschaffen oder Eis essen verbieten! Man sollte sich immer über die Inhalte und Ziele der Parteien informieren bevor man wählt. Sonst gibt man der falschen Partei seine Stimme und ärgert sich später!“

Das ist logisch, Mama! Aber warum gibt es keine Kinderpartei, und warum dürfen Kinder nicht wählen? Das ist unfair!“

Das ist nicht so einfach, Malte! Z. B. können kleine Kinder noch gar nicht lesen und erst recht nicht verstehen, worum es in der Politik geht. Und auch etwas größere Kinder sind noch nicht in der Lage alle Inhalte der Parteien zu verstehen, und deswegen dürfen Kinder nicht wählen. Man muss reif genug sein und gewisse Kenntnisse haben, um wählen zu können. Und eine Kinderpartei gibt es nicht, weil die bestehenden Parteien auch die Interessen der Familien und damit der Kinder vertreten. Aber ich gebe dir recht. Es wäre schön, wenn die Parteien den Kindern, deren Interessen und Bedürfnissen mehr Beachtung schenken würden.“

So sehe ich das auch, Mama! Außerdem verstehe ich die Politiker oft nicht. Da steht auf den Plakaten was von Bildungskompetenz oder die reden von irgendwelchen Paragraphen. Wieso reden die nicht einfach mal Deutsch?“

Da gebe ich dir recht. Auch ich verstehe nicht immer, was die Politiker eigentlich wollen.
Am besten ist, man fragt einfach nach, wenn einem eine Sache unklar ist!“

Genau! In der Schule frage ich auch immer meine Lehrerin, wenn ich was nicht verstanden habe. Und die erklärt mir das dann auch ganz genau. Machen das die Politiker auch, Mama?“

Leider nicht immer. Oft haben sie einfach keine Zeit und einige wohl auch keine Lust den Leuten alles ganz genau zu erklären. Und manchmal wollen sie auch Dinge nicht genau erläutern, weil sie Angst haben von den Leuten nicht gewählt zu werden.“

Das ist aber nicht in Ordnung. Ich soll dir auch immer die Wahrheit sagen, und wenn ich dich anlüge oder dir keine Antwort gebe, dann bist du sauer. Bist du auch sauer auf die Politiker, wenn sie dich anlügen oder dich nicht ernst nehmen?“

Aber klar, Malte!“ So einen Politiker würde ich einfach nicht mehr wählen. Daher ist es auch so wichtig wählen zu gehen. Du hast mit deiner Stimme die Möglichkeit, die Politiker zu wählen denen du vertraust und deren Ziele du für wichtig hältst. Das ist ein ganz wichtiges Recht, was wir haben!“

Gut, Mama! Dann werde ich später auch wählen gehen. Ich werde dann den coolsten Politiker, der am meisten für Kinder tut und der mich nicht anlügt, wählen. Aber ein Eis darf er mir trotzdem ausgeben!“



Anja Fiedler


Samstag, 18. März 2017

Unser Leben in der Warteschleife.....



Der/die/das Nächste bitte?! ….. oder das Leben in der unausweichlichen Warteschleife!

Gedankenverloren blättere ich in der Zeitung. „Der Nächste bitte!“ ertönt es aus dem Lautsprecher der Arztpraxis, in deren Warteraum ich sitze. Meine Beine zucken, bereit zum Aufspringen. Aber der ältere Herr neben mir ist schneller. Erstaunlich, vorhin machte er doch noch einen so gebrechlichen Eindruck, als er langsam auf seinen Stock gestützt den Warteraum betrat. Wohlweislich er kam nach mir!! Ich will protestieren, aber der Herr ist in Sprintgeschwindigkeit verschwunden.
Ich seufze. Aber nach ihm bin ich dran. Dann bin ich wirklich die Nächste!! Warum? Weil im Warteraum außer mir niemand mehr sitzt!

Nach dem Besuch beim Arzt erledige ich einige Einkäufe im Supermarkt. Geduldig reihe ich mich in die Kassenschlange ein. Langsam aber sicher kommt die Kasse in Sicht. Endlich! Ich will gerade das erste Teil auf das Band legen, da stupst mich von hinten eine Frau mit gehetztem Gesicht an. „Lassen Sie mich vor? Ich habe nur zwei Teile!“ Ich nicke, obwohl ich auch nur fünf Teile habe. Also bin ich wieder die Übernächste und nicht die Nächste.
Beim Herausfahren aus dem Parkhaus nimmt mir jemand die Vorfahrt, dabei wäre ich doch die Nächste gewesen. Wieder nur die Übernächste! Und so geht es munter weiter. Beim Bäcker schlüpft noch schnell jemand vor mir durch die Tür und kauft natürlich das letzte Schoko-Croissant, das ich haben wollte. Zu Hause angekommen schnappt mir ein Nachbar dreist den Parkplatz weg, obwohl ich schon geblinkt habe.

Komischerweise bin ich bei unangenehmen Dingen oft schneller die Nächste als mir lieb ist. Sei es beim Zahnarzt, bei Prüfungen oder anderen unangenehmen Sachen.
Es liegt wohl daran, dass man in solchen Situationen anderen gerne den Vortritt lässt, während ansonsten jeder so schnell wie möglich der oder die Nächste sein möchte.

Der Lauf der Dinge und der ständige Wechsel machen uns alle zu Wartenden. Morgens warte ich auf das freie Bad, auf den nächsten Kaffee und das nächste fertige Toastbrot. Ich warte auf den nächsten freien Parkplatz, den nächsten freien Berater bei der Bank, aber auch auf eher unwahrscheinliche Dinge wie den nächsten Lottogewinn. Wir hängen alle gemeinsam in der immerwährenden Warteschleife. Wir können nichts dagegen tun!

Die Natur lebt es uns vor. Der nächste Frühling, Sommer etc. kommt bestimmt. Sterben Tiere, so steht der nächste Nachwuchs schon bereit. Blumen blühen und verblühen, aber nächstes Jahr erlangen sie wieder ihre volle Blüte. Bäume verlieren ihre Blätter, doch im nächsten Frühjahr sprießen wieder neue.
Ein Mensch geht, der nächste kommt. Dies ist der Kreislauf des Lebens.
Mit diesem Wissen im Hinterkopf lässt sich doch manches leichter ertragen. Wir sitzen schließlich alle im selben Boot. Stammt vielleicht daher auch der Spruch:“Jeder ist sich selbst der Nächste!“? Gerade im Hinblick auf die heutige „Ellbogengesellschaft“ ist an diesem Spruch viel Wahres.

Jeder ist sich selbst der Nächste und möchte auch gerne immer sofort der Nächste sein. Doch gehört diese Art von Egoismus nicht zum Überleben dazu? Sicherlich, doch es kommt auf die Ausprägung an. Gesunden Egoismus muss jedes Lebewesen haben, um zu überleben. Aber ständiges Drängeln um den vorrangigen Platz, um immer der oder die Nächste zu sein, macht unbeliebt und einsam.

Man denke an das göttliche Gebot:“Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“.
Das fällt mir manchmal wirklich schwer. Aber auch hier kommt es wieder auf die Auslegung an. Ich muss nicht alle Menschen mögen, aber ich sollte jeden respektvoll behandeln.
Der nächste freie Platz ist eigentlich für mich, doch ich biete ihn der alten Dame hinter mir an. Wenn ich Glück habe und im Lotto gewinne, kann ich meine Nächsten daran teilhaben lassen. Immer der Nächste zu sein macht nicht glücklich.
Und manchmal hat der Nächste Pech und der Übernächste Glück.
Stellen Sie sich vor, Sie ärgern sich über einen Vordrängler an der Kasse, dann sind Sie dran und auf einmal ertönt ein „BlingBling!“ und der Chef des Geschäftes steht vor Ihnen. Sie sind der 1000. Besucher und haben etwas gewonnen. Da hat es sich doch gelohnt erst der Übernächste zu sein und der Vordrängler ärgert sich schwarz!

Und irgendwie ist doch irgendwann jeder unausweichlich der Nächste. Ich finde mich einfach damit ab und harre der Dinge, die da kommen. Es macht wenig Sinn wie der Hamster im Rad den Alltag zu durchlaufen und dabei seine Gesundheit zu ruinieren.. Auch im langsameren Tempo komme ich voran, vielleicht bin ich dann sogar manchmal schneller die Nächste.

Es klingelt an der Tür. Ich öffne. Ein Mann versucht mir zu erklären wie dringend unser Dach erneuert werden müsse. Es könnte beim nächsten Sturm davonfliegen. Ja klar! Das hat mir letztes Jahr auch schon jemand erzählt und im nächsten Jahr bestimmt wieder. Genauso könnte nächste Woche mein Auto nicht mehr anspringen oder die Waschmaschine ihren Geist aufgeben. Wer weiß schon welcher Ärger einen als Nächstes ereilt?

Nächste Woche habe ich vielleicht Termine! Wahnsinn! Der mit Abstand schlimmste Termin ist der Tierarztbesuch mit meinem Hund. Er hat, drücken wir es mal so aus, eine leichte Tierarztphobie. Es kann beim nächsten Termin nur schlimmer und leider nicht besser werden. Das fängt schon im Warteraum an. Hier reißt sich kein Tier darum der nächste Patient zu sein. Einige knurren, miauen, die anderen bellen oder sitzen ergeben da. Frauchen und Herrchen sind nicht minder nervös. Verstohlen mustert man sich gegenseitig und tauscht die jeweiligen Krankheitsgeschichten aus.
Na ja, ich habe ja noch Zeit bis nächste Woche. Hier hilft die Verdrängungstaktik.
Dann habe ich nächste Woche noch einen Friseurtermin. Mit der nächsten Frisur wird alles anders! Die Frage ist nur ob besser oder schlechter. Oder lasse ich die Haare doch so wie sie sind? Eine wirklich schwere Entscheidung.
Und dann ist da nächsten Mittwoch noch der Elternabend. Da geht es um die nächsten anstehenden Ereignisse. Wer backt Kuchen für das nächste Schulfest? Welche Themen beinhalten die nächsten Klassenarbeiten? Bei manchen Eltern gewinne ich den Eindruck, dass es ihnen nicht um ihr Kind geht, sondern darum sich bei der nächsten Veranstaltung in den Vordergrund zu stellen und zu profilieren. Hauptsache sie sind auf dem nächsten Pressefoto. Alles ist bereits ohne Rücksicht auf das Kind vorgeplant. Schrecklich! Das sind genau die Eltern, die ihr Kind von einem Termin zum nächsten hetzen. Spielen? Dazu ist keine Zeit mehr, die nächsten Tage und Woche sind verplant. Hier ist wieder das Hamsterrad, in das auch schon die Kinder hineingezwungen werden. Warum muss immer alles vorausgeplant werden? Wieso kann ich nicht einfach mal abwarten, was am nächsten Tag passiert? Vielleicht ist schönes Wetter und man kann spontan schwimmen gehen. Diese Spontanität geht total verloren, wenn ich mich nur auf das Nächste konzentriere. Ich kann nichts mehr selber steuern. Das ist keine Warteschleife mehr, sondern eine Rennschleife.
Wichtig ist das Maß. Ich muss viele Dinge planen, aber ich sollte nicht mein ganzes Leben verplanen. Wo bleibt da das Überraschende und die damit verbundene Lebensfreude? Warum sind viele Leute so genervt, unfreundlich und rücksichtslos?
Weil sie keine Zeit mehr haben! Weil sie genau wissen, was als Nächstes kommt!

Aber glücklicherweise können wir manche Ereignisse nicht steuern und erahnen. Wir haben keinen Einfluss auf das Wetter am nächsten Tag und auf die Natur allgemein. Der Vulkanausbruch auf Island vor einigen Jahren hat gezeigt, dass die besten Flugpläne nichts nutzen.
Die Aschewolke hat die Flughäfen und Flugzeuge zum Stillstand verbannt. Keiner wusste, wann der nächste Flug geht. Erstaunlicherweise ging das Leben weiter.
Wie gut, dass wir Menschen nicht alles steuern können! So werden wir immer wieder zum Innehalten gezwungen. Wir sehen die Welt geht nicht unter, nur weil wir den nächsten Termin verpassen.

Oh! Gerade fällt mir ein, dass ich noch bei meinem Stromanbieter anrufen muss.
Meine Kontodaten haben sich geändert. Noch gut gelaunt wähle ich die Nummer. Nach einigen Minuten verschwindet die gute Laune jedoch schlagartig. Ich hänge in der Warteschleife! „Der nächste freie Berater nimmt ihr Gespräch sofort an.“ Ich bin die Nächste, aber wann? In zehn Minuten oder vielleicht erst in einer Stunde? Nach zwanzig Minuten gebe ich entnervt auf. Immer das gleiche mit diesen Hotlines! Man gewinnt den Eindruck, dass dort ein einziger armer Mensch sitzt, der die Flut von Anrufern allein bewältigen muss. Servicewüste Deutschland! „Bei uns sitzen Sie immer in der ersten Reihe!“ Ich sitze auch gern in der zweiten oder dritten Reihe, wenn ich vernünftig behandelt und ernst genommen werde! Aber als Kunde kann man ja wechseln. Der nächste Anbieter wartet schon. Oft fällt mir auf, dass man bis zum Vertragsabschluss ausnehmend freundlich behandelt wird. Aber sofort nach der Unterschrift auf dem Vertrag, erlischt das Interesse. Der Kunde ist gewonnen und der nächste Neukunde wartet schon.

Auch die Banken verlieren immer mehr an Vertrauen. Ich habe den Eindruck, dass bei der Beratung oft zu wenig die Kundeninteressen im Vordergrund stehen, sondern die Interessen der Bank. Immer mehr Automaten und immer weniger Menschen. Die persönliche Beratung ist nur noch selten gegeben. Kundenbetreuung wie am Fließband. Da haben wir wieder das Motto:“Der Nächste bitte!“ Aber bitte im Schnelldurchlauf! Schnell die Anlage, Versicherung oder den Bausparvertrag an den Kunden verkaufen und dann weiter mit der nächsten Beratung. Schade! Ich warte lieber länger darauf, dass ich die Nächste bin und bekomme dafür eine persönliche und an meinen Bedürfnissen orientierte Beratung.

Aber wir alle können die Welt doch etwas besser machen. Ich fange bei mir selber an. Ein wenig mehr Geduld und einfach einen Gang zurückschalten. Das fällt mir zwar oft sehr schwer. Aber ich versuche es. Der Tag ist blöd gelaufen? Der nächste wird bestimmt besser! Wenn es zu schlimm ist, gehe ich mit meinem Hund spazieren. Einfach mal die Natur genießen, abschalten und sich an kleinen Dingen erfreuen! Obwohl, ganz ehrlich, das nächste Unheil naht. Ein großer freilaufender Hund und vom Besitzer ist weit und breit nichts zu sehen. Begeistert schleckt der mir unbekannte Hund meine Hände ab und springt an mir hoch. Na prima! Nach mir unendlich scheinenden Minuten taucht der Besitzer doch noch auf. „Ja, ja. Mein Mäxchen ist schon ein Schlawiner. Er will immer nur spielen.“ Mäxchen! Dieser Hund ist eine Mischung zwischen Dogge und Bernhardiner, der Größe nach zu urteilen! Mit freundlichen Worten versuche ich den Besitzer auf die Leinenpflicht hinzuweisen. Doch meine Worte prallen an ihm ab. Mäxchen ist doch so ein lieber Hund, aber beim nächsten Mal würde er versuchen an die Leine zu denken. An die Leine denken? Dieser Mensch hat noch nicht mal eine Leine für den Riesenhund dabei! Kopfschüttelnd gehe ich nach Hause zurück.


Ich bin schon gespannt was mir der nächste Tag bringt!

Ich verbleibe mit erwartungsfrohen Grüßen in der Warteschleife

Anja Fiedler